Vergnügen

Menschen haben - vollkommen berechtigt - das Bedürfnis, sich positive Erfahrungen zu verschaffen.

Deshalb essen sie Schokolade, trinken Kaffee, verbringen ihre Zeit in Social Networks und spielen mit ihren Handys.

Ich bezeichne diese Art, sich positive Erfahrungen zu verschaffen als Vergnügen.

Es spricht an sich natürlich nicht das Geringste gegen Vergnügen, aber:

Vergnügen alleine wird niemals Sinn und Erfüllung verschaffen.

Vergnügen kann in einem bestimmten Maß Teil eines Lebens sein, aber Sinn und Erfüllung erwächst aus kreativ-schöpferischen Tätigkeiten.

Auch diese können zu positive Erfahrungen führen.

Dass der gegenwärtige Mensch nicht in der Lage ist, zwischen Vergnügen und schöpferischer Erfüllung zu unterscheiden, ist eines seiner größten Probleme.

Vielleicht ist es sogar DAS zentrale Problem der gegenwärtigen Menschheit überhaupt.

Es gibt eine Entwicklung, dass die Industrie einen immer größeren Anteil ihrer Gesamtenergie in die reine Erfüllung von Vergnügen steckt. Eine sehr bekannte Firma, die früher vor allem extrem hochwertige Computer für kreative Menschen erschaffen hat, ist nun vor allem dafür bekannt ist, dass sie kleine technische Spielzeuge produziert, deren schöpferischer Nutzen meiner persönlichen Einschätzung nach gleich Null ist, während sie hauptsächlich der reinen Suchtbefriedigung dienen. Menschen reden sich aber ein, damit ganz besonders am Fortschritt der Menschheit teilzuhaben.

Immer weniger Menschen kennen überhaupt schöpferische Erfüllung.

Das führt dazu, dass die Suche und Sucht nach Vergnügen immer weiter bis ins absolut Unermessliche steigt, bis das Gesamtsystem irgendwann kollabiert - es sei denn es erfolgt vorher eine Umkehr.

Der Gesamtenergieverbrauch der Menschheit wird - würde ich mal schätzen - zu mindestens 50 Prozent von reinen Vergnügen schaffenden Aktivitäten verursacht und das Allermeiste davon bräuchten schöpferisch erfüllte Menschen gar nicht.

Man sieht an dieser Stelle übrigens wieder, wie der Kampf gegen eine negative Erfahrung an einer Stelle geführt wird, die mit den eigentlichen Ursachen nicht das Geringste zu tun hat. Um den Energieverbrauch einzudämmen, kommt es zu völlig unsinnigen Maßnahmen wie dem Glühbirnenverbot, während an den eigentlichen Ursachen - einem über alle Maßen ausufernden Suchtverhalten, das zum größten Teil noch nicht einmal als Sucht erkannt wird - keinerlei Änderung erfolgt. Man versagt sich das angenehme, warme Licht klassischer Glühbirnen, zwingt sich eine hässliche Energiesparbeleuchtung auf und gleichzeitig treiben immer absurdere Formen von Vergnügen den Energieverbrauch immer weiter in die Höhe, weil Menschen nicht wissen, was echte Erfüllung ist geschweige denn, wie sie dazu kommen.

Die oben erwähnte ...

Den vollständigen Text finden Sie im Buch
nächstes Kapitel: Wertschätzung und Anerkennung